Unterschied Gesamtpuffer zu Freiem Puffer (FP) im Netzplan

Viele Projektmanager - ob in der Ausbildung oder in der Praxis - haben Schwierigkeiten, den Gesamtpuffer (GP) und den freien Puffer (FP) im Netzplan voneinander zu unterscheiden. Daher finden Sie hier nun eine Abgrenzung der beiden Puffer und eine Erläuterung des Unterschieds.

Was ist der Gesamtpuffer (GP)?

Der Gesamtpuffer ist der Zeitraum, um den man eine Aktivität maximal verschieben kann, ohne die spätesten Termine seiner Nachfolger zu beeinflussen. Rechnerisch ermittelt man den Gesamtpuffer folgendermaßen:

GP = Minimum aller FolgeSAZ - FEZ

Was ist der freie Puffer (FP)?

Der freie Puffer ist der Zeitraum, um den man eine Aktivität maximal verschieben kann, ohne die frühesten Termine seiner Nachfolger zu beeinflussen. Rechnerisch ermittelt man den freien Puffer folgendermaßen:

FP = Minimum aller FolgeFAZ - FEZ

Unterschied freier Puffer (FP) vs. Gesamtpuffer (GP)

Der Unterschied zwischen den beiden Puffern liegt also darin, ob der FAZ oder der SAZ der Nachfolgeaktivitäten betrachtet wird. Bei der Betrachtung des FAZ geht es um die Frage, wie viel Puffer existiert, wenn frühestmöglich mit der Folgeaktivität begonnen wird (Fokus auf den freien Puffer FP). Bei der Betrachtung des SAZ geht es um die Frage, wie viel Puffer existiert, wenn spätestnötig mit der Folgeaktivität begonnen wird, ohne das Gesamtprojekt zu verzögern (Fokus auf den Gesamtpuffer GP).

Praxis-Transfer zu den Pufferzeiten

Hinter den Pufferzeiten stecken in der Praxis zwei unterschiedliche Sichtweisen:

  • Sichtweise 1: Man beginnt immer so früh wie möglich. In diesem Fall liegt der Fokus auf dem freien Puffer.
  • Sichtweise 2: Man beginnt so spät wie nötig, und zwar so, dass das Endergebnis nicht gefährdet ist. In diesem Fall liegt der Fokus auf dem Gesamtpuffer.

In der Praxis wird man bemüht sein, möglichst den frühesten vertretbaren Startzeitpunkt zu realisieren, um Puffer über die Dauer des Projekts zu erhalten. Bei konkurrierenden Projekten kann es sinnvoll oder notwendig sein, Ressourcen für parallel laufende Projekte oder dringendes Tagesgeschäft abzugeben. Hier hilft eine Kosten-/Nutzen-Abwägung. Erhalten andere Projekte Vorfahrt, liefert der Gesamtpuffer den Anhaltspunkt, wie lange eine Aktivität im Projekt maximal warten darf, ohne das Projekt zu gefährden. 

Eselsbrücke und Faustformel für die Puffer

Es sind nur folgende Konstellationen möglich, die als Eselsbrücke oder Faustformel dienen können.

  • Entweder sind GP und FP identisch oder der GP ist größer als der FP. Der FP kann niemals größer sein als der GP.
  • Zu einem Unterschied zwischen GP und FP kann es nur kommen, wenn die Aktivität nicht auf dem kritischen Pfad liegt. 
  • Liegt die Aktivität auf dem kritischen Pfad, dann ist der Puffer sowohl für GP und für FP identisch, nämlich Null. 

Beispiel zur Berechnung der Puffer:

Die folgenden Daten für die Berechnung der Pufferzeiten sind gegeben.

Aufgabe Pufferberechnung

Die folgende Legende erläutert die Bezeichnung der einzelnen Felder im Vorgangsknoten:

Legende der Zahlen und Bezeichnungen je Vorgangspaket im Netzplan


Schritt 1:
  • Berechnen Sie den Gesamtpuffer GP der Aktivität G.
  • Nehmen Sie dazu den SAZ der Nachfolgeraktivität I. Dieser beträgt 24.
  • Nehmen Sie außerdem den FEZ der Aktivität G. Dieser beträgt 14
  • Ziehen Sie jetzt den FEZ (G) vom SAZ (I) ab. Also: 24 - 14 =10
  • Der Gesamtpuffer der Aktivität G beträgt 10
Schritt 2:
  • Berechnen Sie den freien Puffer FP der Aktivität G.
  • Nehmen Sie dazu den FAZ der Nachfolgeraktivität I. Dieser beträgt 24.
  • Nehmen Sie außerdem den FEZ der Aktivität G. Dieser beträgt 14
  • Ziehen Sie jetzt den FEZ (G) vom FAZ (I) ab. Also: 24 - 14 =10
  • Der freie Puffer der Aktivität G beträgt 10

Testen Sie Ihr Wissen:

Testen Sie Ihr Wissen über die Pufferzeiten in Netzplänen. 

1. Berechnen Sie den GP und FP für die Aktivität H (gelb markiert)
Prüfungsfrage Gesamtpuffer freier Puffer
2. Wählen Sie die richtige Antwort aus den folgenden drei Möglichkeiten

Vorlage NETZPLAN jetzt herunterladen:

Netzplan PowerPoint

Marco Elling

Diplom-Betriebswirt. Projektmanager seit 1996. Zertifizierter Strategieberater. Fokus: Strategieentwicklung & Zielerreichungssysteme.

Hier klicken, um einen Kommentar einzufügen

Hinterlassen Sie einen Kommentar: